Donnerstag, 10. Oktober 2013

Trainingsbaustein: "Running Home Day"

 Abends nach der Arbeit einfach mal nach Hause laufen anstatt mit dem Auto zu fahren. Klingt gut und drängt sich als Trainingseinheit geradezu auf, ist von daher eigentlich eine echt tolle Idee. Die sonst 16 Kilometer lange, knapp 20 Minuten andauernde Autofahrt kann man so direkt zu einem 17 Kilometerlauf umfunktionieren. Zeit gespart, Geld gespart, Umwelt geschont. Alle können zufrieden sein. Auf diese Art werden die motorisiert zurückgelegten 15-20 Minuten in mollig warmer Kuschelatmosphäre incl. individueller Musikberieselung zu einem lockeren, defensiven Abendläufchen umgewandelt und zeitlich auf schlappe 90 Minuten gestreckt.
Ich gebe zu, dass ich inzwischen morgens wesentlich lieber laufe. Abends nach einem doch meist sitzend verbrachten Bürotag, sind die Knochen und die Muskulatur nicht mehr ganz so scharf auf eine Runde Ausdauersport. Die gleiche Distanz nach dem Job im Wald zu laufen, wäre die angenehmere Alternative.
Mein "Running Home Day" verläuft anfangs noch meist auf Fahrradwegen. Aber ab Mitte der Strecke führt er mich fast ununterbrochen auf dem Bürgersteig direkt neben die Hauptstraße. Abzweigungen durch Wohngebiete nutze ich zwar so oft es geht, aber auch dort hat der Kopf nicht die geringste Chance für einige Sekunden abzuschalten. Fortwährend muss ich dort mit störenden Situationen rechnen.
Trotz all dieser Widrigkeiten schätze ich diesen Lauf. Ich mag ihn nicht, dass wäre sicher ein wenig übertrieben. Aber ab Ende Oktober streue ich diese Strecke regelmäßig in mein Training ein. Dann wird es draußen ab 17:00 Uhr zunehmend dunkel und ich muss mich umso mehr auf den Untergrund konzentrieren. Daher dient er mir in erster Linie als ideale Vorbereitung auf die Bieler Nacht, in der man meist auch sehr aufmerksam unterwegs sein muss. Nicht enden wollende Feldwege oder Teerpassagen müssen auch dort mit den Beinen und dem Kopf gelaufen werden.
Die Finsternis habe ich bei meiner ersten Teilnahme 2012 sogar genossen, da ich die vielleicht doch sonst frustrierenden langen Geraden nicht sehen musste und sich so meine Wahrnehmung nur auf eine paar ganz wenige Meter im direkten Umkreis beschränkt hat.
Wortlos haben sich in der Dunkelheit der Nacht Laufbündnisse auf begrenzte Zeit gebildet. Diese wurden dann meist durch Verpflegungsstände und/oder andere Auszeiten immer wieder neu zusammengewürfelt. Diese Ruhe, es mag seltsam klingen, denn und auch die daraufhin aufkommende  innere Gelassenheit, die Freude an diesem 100km-Lauf dabei sein zu dürfen, mit Gleichgesinnten meist doch Ähnliches zu empfinden und auch zu ertragen, ist schon einzigartig.  
Tja, aber genau dieses Gefühl stellt sich während des "Running Home Day" überhaupt nicht ein. Es ist meist ein Kampf, der so immerhin dem Aufbautraining meiner eigenen Willenskraft dient. Dinge zu einem Ende zu bringen, die nicht immer nur Spaß machen. Lärm, Start-/Stopp Passagen, rücksichtslose Autofahrer, nur spielen wollende nicht angeleinte Hunde, machen diesen Lauf zu einer wichtigen Pflicht, aber nicht zwangsläufig zu einem Genuss. Aber auch so erfüllt er seinen Zweck und wird daher wieder in regelmäßigen Abständen ab Ende Oktober in meinem Trainingsplan auftauchen.
Denn ab einem bestimmten Zeitpunkt, früher oder später gelangt man auch in Biel genau an diesen Punkt, an dem der Kopf die Stärke besitzen muss, dieses Ding irgendwie zu einem glücklichen Ende zu führen. Unsere Beine und Füße können, entsprechendes Training vorausgesetzt, oft mehr als sie dann zugeben wollen. Aber genau das muss man ihnen in regelmäßigen Abständen sehr deutlich vermitteln. Daher ist jeder Lauf, ob er Spaß gemacht hat oder vom ersten Laufschritt an eine Qual war, wichtig für das Gesamtgefühl alles für Biel getan zu haben. Demzufolge haben genau diese Quäl-Läufe mindestens den gleichen Nutzen wie die überwiegend glücklich und mühelos zurückgelegten Kilometer. Das Selbstbewusstsein braucht beide Erlebnisse. Meine erste Teilnahme  an den Bieler Lauftagen war auch voll gespickt mit Erlebnissen jeglicher Art. Regelmäßige Berg- und Talfahrten der Gefühle gaben sich die Hand.
Aber genauso facettenreich waren auch meine letzten 40 Trainingswochen für diese "Nacht der Nächte".

Nach dem Rothaarsteigmarathon am 19.10.2013 ist es dann wieder soweit:

Mein erster "Running Home Day - 2013/2014"
… und irgendwie freue ich mich schon darauf ;-)

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Läufer sind die gesünderen Menschen

Das trifft wohl zwangsläufig nicht auf jeden Läufer zu ;-) Richtig ist jedoch, dass wir mit diesem Sport eine bewusste Verantwortung für uns und unseren Körper übernommen haben.

"Mehr als 300 000 Patienten pro Jahr erhalten die Diagnose Diabetes Typ 2. Nur wenn passive Patienten zu aktiven Aktienten* werden, lässt sich die dramatische Explosion der Zuckerkrankheit stoppen.

Jetzt jammern sie wieder. Jetzt naht der 14. November, der Weltdiabetestag. Jetzt stellen die Diabetes-Ärzte und Verbände fest, dass auch in diesem Jahr wieder über 300 000 Typ-2-Diabetiker neu diagnostiziert werden. Das Jammern ist Ritual, denn auch in den Vorjahren gab es eine ähnliche Zahl an Neu-Diabetikern – trotz aller Appelle, trotz aller Manifeste. Scheinbar unabänderlich steuert Deutschland auf bald zehn Millionen Typ-2-Diabetiker zu, eine Epidemie, die das Gesundheitssystem in seinen Grundfesten bedroht, rechnet doch die Deutsche Diabetes-Stiftung DDS mit Kosten von rund 9000 Euro pro Diabetiker pro Jahr.

(* Aktient statt Patient - Anmerkung in eigener Sache) 

Was wie ein Naturgesetz daherkommt, gründet sich meiner Meinung nach aber in den Strukturen unseres Gesundheitswesens. Drei Gründe befördern danach den rasanten Diabetes-Anstieg:

Diabetiker sind automatisch Patienten 

Wird ein Diabetes diagnostiziert, fühlen sich die Betroffenen automatisch krank, fühlen sich als Patient – und werden in der Regel auch so behandelt. Dabei handelt es sich beim Typ-2-Diabetes meist nicht um eine klassische Krankheit, die lebenslang Medikamente erfordert (wie es beim Typ-1-Diabetes ist, der lebenslanges Insulin spritzen bedingt). Vielmehr ist er die Folge einer falschen Lebensweise. Einer Lebensweise aus zu süß und zu fett essen, zu wenig bewegen, was zu Übergewicht führt. Es handelt sich also um eine Stoffwechselstörung, weshalb der Typ-2-Diabetes eigentlich „Lifestyle-Diabetes“ heißen muss. Dann wird klar, was die Ursache ist.
Statt „Sie sind krank“, müsste es also heißen: „Sie haben eine Chance, Ihr Körper gibt Ihnen ein deutliches Warnzeichen. Sie können etwas tun, Sie können aktiv werden.“ Durch diese positive Ansprache wäre schon viel gewonnen, würden sich die Betroffenen automatisch als aktive Aktienten statt als passive Patienten fühlen. Wie effektiv schon dieser Appell an die eigene Tatkraft wäre, rechnet der Münchner Diabetologieprofessor Hans Hauner vor: Würden die dicken Deutschen nur um fünf Kilo abnehmen, würde sich die Zahl der Neudiabetiker auf 150 000 halbieren."

Ich weiß selbst, dass es nicht immer leicht ist einen lange eingefahrenen Kurs zu verlassen, um  und dann den neuen, "richtigen" Weg einzuschlagen. Auch wenn der Körper die nötigen Warnsignale sendet, müssen diese entsprechend wahrgenommen werden, um daraus folgend die nötigen Entscheidungen zu treffen. Eigentlich kennt fast jeder die entsprechenden "Risiken", die auch zu dieser "Volkskrankheit" führen: 

- Bewegungsmangel

- Übergewicht

- Falsche Ernährung

- Stress


Klar ist es leichter und bedeutend schneller eine Pille einzuwerfen, oder das später nötige Spritzbesteck auszupacken. Aber dies beseitigt nicht die Ursachen, sondern es macht den Betroffenen über diesen Umweg irgendwie lebensfähig. "Irgendwie leben" sollte aber nicht das Ziel sein.

Denn oftmals hat der Betroffene berechtige Chancen aus eigener Kraft mit den entsprechenden Anpassungen, diesen letzten Warnzeichen zu begegnen. Dazu muss man jedoch aktiv werden, diszipliniert werden, konsequent an der Zielumsetzung arbeiten. Dabei sollten auch die Gesundheitskassen ihren Job ernst nehmen und die erfolgversprechenden Alternativen mit ihren Kunden, den Aktienten besprechen. 

Quelle: focus.de - Wie die Diagnose Diabetes der Gesundheit hilft

Dienstag, 8. Oktober 2013

Wetter-Langzeitprognose für den 19.10.2013

Auch wenn das Wetter für uns Läufer eigentlich überhaupt keine besondere Rolle spielt ;-), so laufe ich persönlich auch dann lieber wenn es es nicht gerade wie aus Kübeln schüttet. Aber ändern kann man diese Rahmenbedingung sowieso nicht. 
Die Suche nach der Antwort an welchem Wochenendtag nun ein langer Lauf unter die Füße genommen werden sollte, kann aber mit einem Blick auf eines der vielen Wetterportale schon ein wenig erleichtert werden. 

Daher habe ich schon heute mal einen ganz weiten Blick in die Zukunft gewagt: 
"Wie soll das Wetter in Fleckenberg am Samstag, den 19.10.2013 werden?"

Es sieht garnicht so schlecht aus, wissend dass diese Werte noch mit allergrößter Vorsicht zu genießen sind:
 
 Das Wetter im Detail...
Quelle: 14 Tage Wettervorhersage

Montag, 7. Oktober 2013

32 Kilometer - über 700 Höhenmeter - RSM Anmeldung

Gestern stand mit 32 Kilometer der letzte lange Lauf in unserer Vorbereitung auf den Rothaarsteigmarathon auf dem Programm. Dieser Lauf stellte nicht nur die längste zu laufende Distanz laut Trainingsplan dar, sondern diente mit seinen 640 - 800 positiven Höhenmeter (garmin connect und GPSies liegen da ein wenig auseinander) auch als letzter echter Härtetest für den 19.10.2013.
Nach dieser erfolgreich bestandenen Generalprobe stand dann nachmittags auch der endgültigen Anmeldung zu dieser Veranstaltung im Sauerland nichts mehr im Wege ;-)
Bis heute kann noch der verbilligte Starttarif von 30€ (Marathon) genutzt werden. Ab morgen, bis einschließlich zum Veranstaltungstag müssen dann 35€ Startgebühr entrichtet werden.

Nachdem für letzten Samstag ergiebiger Dauerregen vorhergesagt worden war, hatten wir uns auf den Sonntag geeinigt, um der "Tiefenrother Höhe" nochmals einen kurzen Besuch abzustatten. 
Trocken war's von oben, aber immer wieder sorgten aufziehende Nebelfelder für eine diffuse aber doch reizvolle Stimmung auf der Strecke.

Leichte Fersenprobleme sorgen bei mir weiterhin für einen nicht komplett ungetrübten Laufgenuss. Immer wieder eingestreute kurze knackige Anstiege führen auf dieser Strecke zu einer ständig wechselnden Belastung, die bis zum Ende körperlich und auch mental immer mehr von uns abverlangt. Zuhause angekommen stellt sich aber zum Glück immer wieder sehr schnell die Freude über das Geschaffte ein.  
Daher: Fleckenberg - Wir kommen!!!

Impressionen am Wendepunkt "Tiefenrother Höhe":
 
Beweisfoto von der Aussichtsplattform:
 
Strecke:
Höhenprofil:
Höhendifferenz laut "GPSies":
Höhendifferenz laut "Garmin Connect":
Die "Tiefenrother Höhe" als eines der vielen Höhenpunkte auf dem Rothaarsteig:
Quelle: Rothaarsteig

Freitag, 4. Oktober 2013

Wo verbringen "Landeier" aus dem Siegerland den Tag der Deutschen Einheit ?

 
Natürlich in Stuttgart. Ein familienbedingter, schöner Anlass führte uns ins Ländle. 
Von der dort ebenfalls gestrandeten Politik-Prominenz haben wir erst während der Anreise auf der Autobahn erfahren. Ohne Vorsatz und ohne böse Absicht hat jedoch keiner von dem jeweils Anderen Notiz genommen. Schuld waren da wohl unsere beiden Terminkalender, die mit komplett gegensätzlichen Anlässen randvoll gespickt waren.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sport: Das bessere Medikament


Als ob man es nicht schon geahnt hätte: Regelmäßig ausgeübter Sport könnte so manches Medikament überflüssig machen und vor so mancher Krankheit schützen.

"Freude an der Bewegung: Richtig eingesetzt kann Sport Medikamente überflüssig machen.

Sport statt Pillen: Bewegung kann bei manchen Krankheiten so gut vor dem Tod schützen wie gängige Medikamente. Das zeigt jetzt eine weltweite Studie. Forscher bemängeln, dass dieses Potential zu wenig ausgenutzt wird.

Was ist die bessere Lösung, wenn der Preis das Leben sein kann: Jeden Tag eine Pille schlucken, oder regelmäßig und gezielt Sport treiben? Die Frage mag im ersten Moment reißerisch klingen, doch sie verdeutlicht die Tragweite einer aktuellen Studie. Forscher haben anhand der Daten von mehr als 300.000 Menschen analysiert, ob gezielte Bewegung im Frühstadium von Erkrankungen wie Diabetes oder Herzprobleme besser vor dem Tod schützen kann als gängige Medikamente wie etwa die beliebten Blutdrucksenker. Das Ergebnis: Ja, Sport kann die bessere Präventionsmaßnahme sein."

Quelle: SPIEGEL ONLINE - Gesundheit 


Außerdem, mit einem Wink in Richtung der buckligen Verwandtschaft, die Sport weiterhin als  Zeitverschwendung abstempelt. "Nä, was könnte man in der Zeit doch für sinnvolle Dinge tun... aber genau so sieht es ja auch bei euch Zuhause aus..." Deren Auffassung: Falls Sport, dann höchstens als biersaufender Zuschauer auf der Couch oder als sprücheklopfender Proll in einer Arena mit 22 Spieler und einem Ball.

"Ausdauersport lässt den Serotoninspiegel ansteigen. Serotonin gilt als Glückshormon und wirkt sich stimmungsaufhellend auf den Organismus aus. Es zählt zu den Neurotransmittern, also Stoffen, die Informationen von einer Gehirnregion zur anderen vermitteln.

Ausdauersport hält auch die Seele gesund

Wissenschaftliche Studien werten einen Mangel an Serotonin als eine Ursache von Depressionen. Laufen, Radfahren, Walken - auch ohne Stöcke - oder Schwimmen haben Breithecker zufolge einen stimmungsaufhellenden beziehungsweise stimmungsstabilisierenden Effekt, indem sie den Serotoninspiegel erhöhen. «Am sinnvollsten üben Sie Ausdauersport in der frischen Natur aus», empfiehlt der Experte. Tageslicht und Sonnenschein haben zusätzlich einen positiven Einfluss auf den Serotoninspiegel."

Mehr dazu unter und Quelle: N24 - Gesundheit 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Siegerland: Der Wolf ist wieder da

"Zwei unabhängige Beobachtungen im Grenzbereich von Wilnsdorf und Haiger lassen kaum noch Zweifel zu."

"Die Zeit für Isegrim ist offensichtlich reif, auch im Siegerland. Die beinahe vom Menschen ausgerottete Tierart hat die Tür in aller Stille geöffnet, ohne anzuklopfen. Zumindest legen das die Beobachtungen von zwei Jägern nahe, die unabhängig voneinander im ersten Drittel dieses Jahres eine Spur im Schnee gefunden und eine Sichtbeobachtung eines Wolfes im Mittagslicht gemacht haben. Über ein halbes Jahr lang hielten beide Jäger „dicht“, erst durch Zufall erfuhr die Siegener Zeitung jetzt von den Beobachtungen, die es zumindest sehr wahrscheinlich machen, dass der Wolf in diesem Jahr auf der Kalteiche vorbeigeschaut hat."


Diese Nachricht stellt eine "Motivation" der besonderen Art dar. Auch wenn diese Info wissenschaftlich erst dann als stichhaltig begründet angesehen werden darf, sobald Kot und Haare die Existenz vor Ort sicher stellen, so musste man früher oder später sowieso damit rechnen, dass der Wolf auch ins Siegerland zurückkehrt. 

In meiner Bielvorbereitung im Winter 2011/2012 bin ich wochentags oft mit meiner Stirnlampe "bewaffnet", bei der doch früh einsetzenden Dunkelheit, durch den Wald gelaufen. Während die Lumenkanone meiner LED Lenser H7R einen scharf abgegrenzten Lichtkegel nach vorne in die Finsternis trieb, hat mir das unvermutete, urplötzlich neben mir aufgescheuchte "Was-auch-immer" schon oftmals einen großen Schrecken in die Glieder fahren lassen und so der Phantasie eine recht üppige Menge an Nahrung vor die Füße geschmissen. 
In solchen Momenten tritt der Verstand wie selbstverständlich ganz galant einen Schritt zur Seite und überlässt anderen Emotionen total freiwillig das Spielfeld. 

Nun denn, es bleibt spannend ...im Siegerland.

Wikipedia: der Wolf