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Mittwoch, 25. September 2013

"Da waren wieder nur bekloppte Läufer und Radfahrer unterwegs..."

Ein Ausspruch an dem man viel, sehr viel festmachen kann. Im Urlaub preist man sich zwar selbst als Gelegenheitsradfahrer, während man sich jedoch Zuhause angekommen lieber wieder in der ach so geschätzten Komfortzone mit ein/zwei Bier herumlümmelt. Sport ist Mord und ab einem bestimmten Alter sowieso nur noch schädlich. Die dicke Wampe, die dieser Wortakrobat bei jedem Schritt austarieren muss, ist natürlich alles andere als schädlich. "Ein Mann ohne Bauch ist kein Mann!" Ok, dann ist das halt so. Der fettgeschwängerte, übergewichtige Birnen- oder Apfeltyp ist dagegen nicht mein Ding. 
So hat halt jeder ein anderes Ideal und eine andere Vorstellung von Gesundheit. Bewegung vor der eigenen Haustüre, in Sichtweite der lieben Nachbarschaft und/oder Verwandtschaft, die dann auch nur ansatzweise in Richtung „Sport“ interpretiert werden könnte, ist für diese Zunft tabu. Denn hier daheim will man ja stets wie aus dem Ei gepellt herum stolzieren. Puppenstübchen drinnen, poliertes Auto in der Garage, makelloses Äußeres draußen. Während unsereiner 4x in der Woche recht ko, aber meist zufrieden mit sich und der Welt vom Laufen kommt, so schreit dies ja förmlich nach durchgeschwitzten Klamotten und einer schlecht  sitzenden Frisur. Egal, denn dafür gibt’s schnelle Abhilfe. Bei der "Birne" und bei dem "Apfel" dauert eine angestrebte Veränderung deutlich länger.

Einen Bekannten, mit vergleichbarer Figur, hat man auf einer Familienfeier mit dem  Ausdruck "Hungerhaken" begrüßt. Mit einer sportlich, schlanken Figur fällt man in unserer heutigen Gesellschaft inzwischen auf. Mit einem BMI von 23, ein Wert im "grünen Bereich", als Normalgewicht von Krankenkassen bezeichnet, nimmt man in unserer Gesellschaft eine Ausnahmeposition ein. Das ist nämlich inzwischen alles andere als normal. Man fällt auf, man ist ein "Hungerhaken", man sieht ja geradezu schlecht aus. Würde ich jedoch genau diese Anfeinder als "Fettsäcke" ansprechen, würde das wohl wesentlich mehr Staub aufwirbeln.

Minderheiten haben es halt schwer ;-)

Montag, 21. März 2011

„Ich dachte Du würdest schlimmer aussehen.“

Wir waren am Samstag zu einem Geburtstag eingeladen. Nach einem kurzen Begrüßungsplausch wurde mir von der Gastgeberin sofort der Satz entgegnet: „Ich dachte Du würdest schlimmer aussehen.“ Tja, da war ich schon ein wenig überrascht und geschockt zugleich. Wir kennen uns schon viele Jahre und somit auch die von beiden Seiten gepflegte Laufleidenschaft. So haben wir uns auch schon lange vorher über mein Laufprojekt „Biel 100“ unterhalten. Bezogen auf den bevorstehenden Halbmarathon am 10.04. 2011 in Bonn, habe ich mein Lauftraining bereits ausgeweitet, gespickt mit regelmäßigen Radfahrten zur Arbeit. Fakt: Heute gehört man mit 48 Jahren und einem BMI unterhalb von 23 bereits  zu den Spargelstangen im deutschen bewegungsarmen Wohlstands-Bevölkerungsgarten. Schon seltsam und gleichermaßen alarmierend. Insgesamt hat sich das Bild von einem Normalgewichtigen in den letzten Jahren schon ein wenig verschoben. Trotz einer bisher nie dagewesenen Anzahl von Kochsendungen und dem (scheinbar) steigenden Bewusstsein für gesundes und bewusstes Essen, ändert sich das Bild eines durchschnittsgewichtigen Mensch genau in  die falsche Richtung. Demzufolge setzt die Ausgrenzung der vermeintlich Superschlanken immer früher an. Mehrheiten hin oder her, ich möchte trotzdem nicht tauschen. Ich reagiere bestimmt etwas sensibler auf diesen Thema, da ich bereits seit frühester Kindheit diversen Hänseleien, bezogen auf mein Gewicht ausgesetzt war. Scheinbar sind diese Wunden immer noch nicht ganz verheilt. Aber ich arbeite dran... mit jedem weiteren Lauf!!!