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Montag, 8. Oktober 2012

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm...


Zugegeben „von lauter Purpur“ hat dieses Männlein kein Mäntlein um. Ähnlich einsam und verlassen, war ich bei meinen langen Sonntagslauf unterwegs. Lediglich dem Biker vom letzten Sonntag bin ich an derselben Kreuzung erneut begegnet. Ansonsten wollte sich scheinbar niemand von der auftauchenden Sonne aus dem Haus locken lassen. Daher war es für 8:00 Uhr erstaunlich ruhig auf den Wilnsdorfer Laufwegenetz.

Von außen nicht gelenkt, geisterten mir gleich zwei der „Willenskraft Schlüsselsätze“ von Christian Bischoff durch den Kopf.

„Du wirst nie selbstbestimmt leben können, wenn Du es allen recht machen möchtest.“

      ...denn...

„Die Person, die Dich im Spiegel anschaut, ist der wichtigste Mensch in Deinem Leben.“

Ich neige (leider) dazu in vielen Lebensbereichen meine Ziele und Wünsche genau danach auszurichten, anderen dadurch nicht zu schaden, oder gar deren Pläne damit zu durchkreuzen. Ich stelle mich immer hinten an. Ich mache mir um andere sehr viele Gedanken, was vom Grundsatz auch alles andere als schlimm oder falsch wäre. Aber leider denke ich dabei viel zu selten an mich selbst. Ich fühle mich von einem inneren Zwang getrieben, es immer allen anderen recht zu machen. Nicht selten habe ich sogar ein schlechtes Gewissen dabei, mit einem gesunden Egoismus für mich selbst etwas zu tun. Aber genau diese Einstellung macht mich letzter Zeit so unzufrieden und unausgeglichen.

Ich habe auch lange gezögert, den Entschluss zu fassen nächstes Jahr erneut in Biel zu starten. Aber genau diese Vorbereitungszeit hat mir trotz der doch umfangreichen, intensiven Vorbereitungszeit auch letztes Jahr geholfen.

Impressionen von 7.Oktober 2012:
 
 
 

Dienstag, 5. Juni 2012

Noch 3 Tage


530 Kilometer, 3 Tage und ein paar Stunden trennen mich noch von dem Start in Biel vor dem Kongressgebäude. Dann werde ich für mich alleine unter inzwischen fast 1100 Mitläufer/innen auf den doch erlösenden Startschuss um 22:00 Uhr warten. Die fürsorglichen Nachfragen aus dem engsten Empathie-Zirkel häufen sich seit Tagen:

„Hast du gut geschlafen?“

„Wann läufst du nochmal vorher?“

„Wie geht es dir?“

„Hast du alles was du brauchst?“

„Freust du dich?“

„Kann ich mal vorbeikommen?“

Noch gebe ich meist recht zuversichtliche, positive Antworten. Aber ich spüre bereits seit Tagen eine zunehmende Lähmung und manchmal auch wachsende Zweifel. Unterbrochen werden diese Gefühle von plötzlicher spontaner Freude und es kaum erwarten können, endlich die 100km zu laufen, über die ich inzwischen so viel gelesen und gesehen habe.
Alleine das Läufervideo vom „Alpenkiwi“ jagt mir regelmäßig Schauer über den Rücken.

In fast jeder freien Minute drehen sich  meine Gedanken um diese Nacht, auf die ich mich sehr lange vorbereitet habe. Das Marathontraining für Berlin 2011 zählte bereits zu den wichtigen Meilensteinen in der Vorbereitungszeit für Biel 2012. Meinen Plan habe ich meist diszipliniert eingehalten. Ich habe aber auch viel über Mitmenschen lernen dürfen. Ich sehe mich als jemanden, der stets versucht die Leistung und den Spaß anderer an ihrem Hobby zu schätzen und zu würdigen. An jemanden Glauben heißt, ihn auf diese Art zu unterstützen. Ich möchte nicht all das zurückgezahlt bekommen, was ich glaube gegeben zu haben. Das wäre der falsche Grundsatz, die falsche Intention.
Trotzdem, ich hätte mich manchmal über ein noch so kleines Interesse gerade von diesen Menschen gefreut. Doch genau dieses Mitfühlen kam dann von anderen, bei denen ich nie damit gerechnet hätte. Danke dafür.

Von Christian Bischoff stammen die nachfolgenden Motivationssätze, die man sich sagen soll, falls es mal nicht so läuft, wie es soll. Er hat sie genutzt bei seinem Transalpine Run.

„Ich will es schaffen.
Ich muss es schaffen.
Ich kann es schaffen.
Ich werde es schaffen.“

Ich bin gespannt, wie oft ich in dieser Bieler-Nacht darauf zurückgreifen muss.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Noch 15 Tage ...

Die Spannung steigt und damit auch ein schwer zu beschreibendes, aber stetig wachsendes beklemmendes Gefühl. Auch wenn ich bislang mit meiner Vorbereitung recht zufrieden bin, wird der Respekt vor diesem Lauf von Tag zu Tag größer. Ich kenne dieses Kribbeln von zurückliegenden Marathonläufen. Aber diese Nacht in Biel wird sicher mit vielen Überraschungen und Ereignissen aufwarten, die man nicht trainieren und auf die man nie zu 100% vorbereitet sein kann. Die vielen Laufberichte, die ich inzwischen gelesen habe, geben zwar alle für sich gesehen individuelle, subjektive Erfahrungen wieder, aber jede für sich alleine gesehen gibt einen Eindruck wieder, der durchaus bei jedem Teilnehmer eintreten könnte. Und genau diese Fülle an Eindrücken und möglichen „Gefahren“ ist irgendwie beängstigend ;-)

Jetzt kommen mir jedoch einige „Schlüsselsätze“ von Christian Bischoff zu Hilfe:

„Angst ist Dein Freund. Manchmal sagen Dir Deine Ängste, was Du nicht tun solltest – meistens sagen Dir Ängste aber genau das, WAS Du tun solltest.“

„Zwischen Angst und Selbstvertrauen liegt häufig nur ein einziger, sehr kleiner Handlungsschritt.“


Gestern Nacht habe ich zum ersten Mal von diesem Lauf geträumt. ...zu spät am Start,...absolut wichtige Dinge für unterwegs vergessen, ...total verlaufen, ...an einem Verpflegungsposten eingeschlafen...  und weitere Grausamkeiten.

Es kam einem Alptraum gleich. Aber wirklich gute Generalproben müssen ja auch misslingen. Davon ausgehend ist alles in bester Ordnung ;-)

Ich werde in diese „Bieler Nacht“ ohne Fahrrad-Coach und ohne einen mir bekannten Mitläufer starten. Es wird somit eine sehr persönliche und direkte Erfahrung für mich werden. Neben den Verpflegungsposten werde ich nur auf mich und auf den Inhalt meines „Salomon Advanced Skin S-Lab 12 Set“ zurückgreifen können. 

Meine Frau wird versuchen mich am frühen Samstagmorgen irgendwo auf der Strecke anzutreffen. Da auch sie in der Nacht „alleine“ unterwegs gewesen wäre, haben wir beschlossen, dass wenigstens einer von uns diese Nacht im Hotelbett verbringen sollte.
Mein Begleiter: Salomon Advanced Skin S-Lab 12 Set
(...kaum in den Läden und schon wieder ausverkauft)

Quelle: Salomon

Jetzt gilt es einen sinnvollen Packzettel für meinen Laufrucksack aufzustellen. Der Inhalt sollte auf das Nötigste und Wichtigste reduziert sein, aber auch da werden mir die vielen Laufberichte und die „Bieler Juni-Nächte“ von Werner Sonntag sicher eine Hilfe sein.

Morgen in 2 Wochen ist es soweit...............

Montag, 6. Juni 2011

Alles pure Ablenkung?

Es ist recht leicht die Erfolge und Leistungen anderer zu beschreiben und ebenso zu würdigen. Bewusst oder unbewusst lenkt man dadurch ein wenig von sich selbst ab. In diesen Momenten sieht vieles spielerisch leicht und einfach aus. Jedoch Bruchteile einer Sekunde später steht das eigene kleine, überschaubare Läuferleben wieder im Fokus. Kilian Jornet, Dieter Baumann und sein Laufpartner Martin Grüning wirken auf mich schon extrem motivierend. Der erste eigene Lauf nach dieser Bewunderungsorgie rückt zum Glück alles wieder ins rechte Lot. Das ist auch gut so. Auch wenn ich mich in meinem Training anschließend wie am Boden festgetackert, kraftlos und schon ein wenig mutlos fühle, so wächst gleichzeitig trotzdem die Motivation in mir alle Kraft weiterhin in die eigenen, mir möglichen Bemühungen zu stecken. In letzter Konsequenz zählt die eigene Leistung und das eigene Zufriedensein. In unserer Marathonvorbereitung auf Berlin festigen wir momentan unsere Grundlagenausdauer bevor wir ab Mitte Juli in die heiße Phase der letzten 10 Trainingswochen einsteigen. Unsere langen langsamen Sonntagsläufer haben inzwischen wieder eine Länge von über 16 km erreicht und die etwas schnelleren Einheiten pendeln sich im Bereich von 10 – 12 km ein. Momentan scheint alles im grünen Bereich zu sein. Die Motivation stimmt, Verletzungsprobleme sind nicht erkennbar und der zeitliche Rahmen ist noch überschaubar.

Aber manchmal wage ich gar nicht an das nächste Jahr zu denken. Ich verfolge zur Zeit regelmäßig den Blog von Martin Grüning und Dieter Baumann. Ihre Vorbereitung neigt sich bald dem Ende und die „Nacht der Nächte“ steht Ihnen kurz bevor. Die Kilometerumfänge Ihrer langen Läufe haben inzwischen mehrfach die Distanz von 50km überschritten. Der nötige Respekt vor der 100km Strecke in Biel und vor diesem notwendigen Trainingsumfang reift inzwischen zu einem kaum kaschierbaren dicken Klos in meinem Hals. In diesen Phasen des Zweifels muss ich immer ganz schnell Christian Bischoff hervorkramen: „... alles, was man sich vorstellen kann, kann man auch erreichen....“ So oder so ähnlich. Klar, die reine Vorstellungskraft reicht nicht immer aus. Begleitend gehört natürlich die entsprechende Willenskraft dazu, auch alles erdenklich Mögliche dafür zu tun. Also: Falls man sich ein bestimmtes Ziel nicht vorstellen kann, hat man auch die Willenskraft nicht an seiner Seite.

Für den Start in Biel 2011 verbleiben den Startern heute nur noch 11 Tage. Meine „Bieler Nacht“ erwartet mich in 368 Tagen. Ich denke, dass mich die Faszination und die Begeisterung ab dem 19.06.2011 noch mehr packen wird. Also genau ein Tag nach dem Spektakel von 2011. Ab diesem Augenblick läuft die Uhr für (oder doch gegen) mich. Alle Laufveranstaltungen bis zu diesem Tag sind für sich alleine gesehen schon emotionale Höhepunkte. Sie bilden jedoch gleichzeitig die notwendigen Zwischenziele für das große Ziel Biel 2012. Trotz aller Bedenken wächst neben dem Klos aber auch gleichzeitig die Vorfreude auf dieses einmalige Erlebnis von Biel.
Quelle: Biel 100km

Mittwoch, 16. März 2011

Christian Bischoff – Wie komme ich gerade auf ihn?

In Vorbereitung auf unseren Wanderurlaub in Sexten, mit den „Drei Zinnen“ als einer der markantesten Gebirgsgruppen in den Dolomiten überhaupt, bin ich auf den Alpen-Extremlauf „GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN“ gestoßen. Ich konnte mich an den Videos nicht sattsehen, wohlwissend, dass dieser Lauf eine fast unglaubliche körperliche Herausforderung darstellt. Dabei bin ich, neben den beiden schon fast fix gesetzten Gewinnern Tom Owens und Andrew Symonds, auf einen ganz besonderen Teilnehmer namens Christian Bischoff gestoßen. Ich habe mich über seine Seminare als Motivations-Coach eingelesen und habe dabei auch von seinem Buch „Willenskraft“ erfahren. In diesem Buch nimmt er immer wieder Bezug auf seine Teilnahme an diesem einzigartigen Mehretappen-Alpentrail. Er beschreibt darin die für diesen Lauf absolut notwendige Symbiose zwischen körperlicher Vorbereitung und Leidensfähigkeit auf der einen Seite und den ebenso wichtigen Mitspieler „Willenskraft“ auf der anderen Seite, ohne den diese Leistung niemals abzurufen gewesen wäre. Dieses Buch ist somit eine weitere Unterstützung auf meinem Weg nach und in Biel.

Quelle:

Freitag, 4. März 2011

„Übernehmen Sie 100% Verantwortung für Ihr Leben.“

Quelle:
„Der einzige Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Menschen ist Selbstdisziplin.“

Heute in 462 Tagen am 8. Juni 2012 wird „mein“ 100km Lauf in Biel gestartet. Ich habe Zweifel, ob es mir immer gelingen wird die Spannung und die nötige Selbstdisziplin für dieses Ziel über diesen langen Zeitraum immer aufrecht zu erhalten. Die zurückliegenden Erfahrungen für meine erreichten Marathonziele geben diesen Unsicherheiten die entsprechende Nahrung. Gleichzeitig melden sich aber auch meine positiven Erfahrungen zu Wort, da ich diese Ziele bisher trotzdem alle erreicht habe.

Freitag, 25. Februar 2011

"Fauler Hund! Hör auf zu jammern. Fang an zu handeln." Christian Bischoff

Neben einer reinen aktiven Laufvorbereitung habe ich mir das Buch "Willenskraft" von Christian Bischoff an die Seite geholt, um auch auf dieser Kopfebene für die 100km von Biel bestens vorzubereitet zu sein.


Quelle:

Donnerstag, 24. Februar 2011

Mut machen hört sich anders an

"Bis KM-80 ist es furchtbar, aber danach wird es grauenhaft."
(Zitat eines Teilnehmers )

Da hilft nur noch eines:
"Ich will es schaffen. Ich muss es schaffen. Ich kann es schaffen. Ich werde es schaffen."