Mittwoch, 4. April 2012

Running Home Day


Gestern war es mal wieder so weit. Den knapp 17km langen Heimweg von meinem Arbeitsplatz habe ich statt mit dem Auto oder mit dem Fahrrad mit Laufschuhen angetreten. Komischerweise fällt mir diese Strecke meist schwerer als alle anderen auch deutlich längere Strecken. Nach knapp 8,5 km erreiche ich Si-Eiserfeld und quäle mich meist die restlichen 8,5 km nur noch irgendwie nach Hause. Die ständige leichte Steigung auf der zweiten Streckenhälfte mag mit ein Grund dafür sein. Außerdem sorgt natürlich auch das Ambiente dieses Abschnittes nicht gerade für ein Sightseeing-Erlebnis. Aber andererseits verbuche ich gerade diese Erfahrungen auf der Haben-Seite, da auch Unangenehmes bewältigt werden will. Wer weiß wofür dies später mal gut sein wird ;-)

Freitag 08.06.2012: Noch 65 Tage und der Rest von heute. Bald beginnen die letzten beiden Monate der Vorbereitungszeit. Neben vielen positiven Gedanken, ziehen inzwischen auch zusehends dunkle Wolken am Horizont auf. Ich muss mich jetzt auch daran gewöhnen, dass mein Projekt „Biel“ nur in meinen Gedanken eine ansteigend wichtige Rolle spielt. Die allermeisten Mitmenschen, auch und besonders die in meiner näheren Umgebung haben andere Dinge im Kopf, die ihnen berechtigt doch wesentlich wichtiger sind als mein freiwillig gewählter langer Nachtausflug in der Schweiz. So ist das halt. Ich mache ihnen keinen Vorwurf aus dieser Tatsache. Vielmehr liegt es an mir meine Erwartungshaltung dementsprechend zu korrigieren. Ich muss jetzt lernen damit umzugehen alleine auf mich gestellt zu sein. Dies wird neben der körperlichen Belastung die scheinbar doch größere Aufgabe für mich sein. Viele meiner jetzigen privaten Aufgaben und Arbeiten stehen in einem festen Zusammenhang zu der „Leistungsbereitschaft“ meiner Familie. Ich kann mich die fehlende Hilfe ärgern, oder einfach mal die Ruhe bewahren. In diesem Kontext hätte ich jedoch die Freiheit ein wenig steuernd einzuwirken. Am 8.Juni ab 22:00Uhr kann ich diese vor mir liegende Aufgabe nur noch alleine bewältigen. Es liegt einzig und alleine an meiner Vorbereitung, meiner Einstellung, meiner psychischen und physischen Stärke, ob und wie ich diese Aufgabe bewältigen werde. Es gibt nichts und niemanden, was mir dann noch helfen kann.

Ich spüre inzwischen immer deutlicher diese Achterbahnfahrt an "guten" und "schlechten" Gefühlen. Die Phasen von Spannung und Entspannung rücken immer näher zusammen und sie tauchen inzwischen deutlich plötzlicher und heftiger auf.

Es ist langsam an der Zeit diesen negativen Gedanken das Podium zu nehmen. Die begründet positive Einstellung muss jetzt langsam in den Vordergrund treten. Was hindert sie daran? Im Grunde nichts. Die Vorbereitung läuft ziemlich nach Plan, es gibt keine körperlichen Probleme, die Klamotten habe ich beieinander, das Organisatorische ist erledigt.... ?!

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