Mittwoch, 29. Februar 2012

Noch 100 Tage und ...

... eine "Handvoll" Stunden.

Heute ist der letzte Tag mit einer dreistelligen Anzahl von Tagen bis es (endlich !?) los geht. Die Fragen und das Interesse aus meinem „näheren Umfeld“ nehmen zu, um meinen Fitnessstand abzuklopfen. Meine mögliche psychische Belastungsgrenze eiert dagegen nur in meinem Kopf herum, jedoch zunehmend immer heftiger. Vielleicht traut man sich aber auch niemand danach zu fragen. Keine Ahnung. Wer sich diesen 100km Lauf vornimmt, muss schließlich auch selber sehen, wie er damit klarkommt. „Tja, und wie kommst du jetzt wirklich damit zurecht?“ Hmmm, mal so mal so. Ich denke dieses heutige Datum bis zum Start ist ein weiterer Schritt dahingehend, den Respekt vor dieser Distanz zu wahren. Ich weiß auch, dass die Vorbereitung so langsam aber sicher in die heiße Phase übergeht. Noch sind es gut 3 Monate, 14 Wochen und eben genau diese besagten 100 Tage. Meine Probleme mit der linken Oberschenkelmuskulatur sind nur noch als eine kaum spürbare Warnung vorhanden. Sie erinnert mich daran, wie schnell die Vorbereitung und der Lauf platzen können. Ab jetzt wird es noch wichtiger sein die Signale der Körpermechanik richtig zu deuten. "HALLO du da ?! Hei, es ist nur ein Lauf. Nicht mehr und nicht weniger. Es hängt nichts Weltbewegendes von deiner Teilnahme ab." Meinem ständig bohrendem Unterbewusstsein gönne ich dieses Szenario als eine allerletzte Hintertür für ein mögliches großes Problem. Aber davon sollte und will ich jetzt nicht ausgehen. 
Denn, es läuft gut im Moment.

Also, die Spannung steigt und die Vorfreude bahnt sich ihren Weg ans Licht... bezogen auf die tatsächliche Startzeit schon ein wenig skurril...

... 100   99   98   97   96   95   94   93   92   91 
      90   89   88   87   86   85   84   83   82   81  
      80   79   78   77   76   75   74   73   72   71  
      70   69   68   67   66   65   64   63   62   61  
      69   59   58   57   56   55   54   53   52   51  
      50   49   48   47   46   45   44   43   42   41  
      40   39   38   37   36   35   34   33   32   31  
      30   29   28   27   26   25   24   23   22   21  
      20   19   18   17   16   15   14   13   12   11  
      10    9    8     7     6     5     4     3     2     1  

... Freitag       08.06.2012       22:00Uhr

Montag, 27. Februar 2012

16. Trainingswoche 20.02.12 – 26.02.2012


Zu Beginn waren es noch 3 ...
Auf meinem langen Sonntagslauf hatte ich auf den ersten Kilometer meine beiden Töchter an meiner Seite. Wir schlugen den bekannten Weg durch den Wald nach Wilnsdorf ein. Nach 4 Kilometer machten sich die beiden Mädels wieder auf den Rückweg und vor mir lag eine geplante Strecke über den Bergmannspfad, dem Rothaarsteig folgend bis zur Tiefenrother Höhe.

Die Markierung des Rothaarsteiges:
Der Rothaarsteig:

Offizielle Infoseite: Rothaarsteig
Allgemeine Infos: Wikipedia

Die nachfolgenden Vergleichsbilder zeigen den deutlichen Wetterunterschied zwischen dem Januarlauf und der diesmaligen Nebelschlacht auf:
 
 
Die letzten Schneereste kämpfen gegen den nahenden Frühling:
Für diese Witterungsverhältnis schon fast eine gute Fernsicht:
Das Wetter zeigte sich an diesem Morgen wirklich von seiner ganz trüben Seite. Die Sicht variierte zwischen 50m und max. 200m. Zum Glück blieb es weitestgehend trocken, abgesehen von einem kurzen Schnee- Graupelschauer auf der Kalteiche. 
Bei Kilometer 13 verließ ich den Bergmannspfad, um dem Rothaarsteig zu folgen. 

Bei Kilometer 14 erreichte ich die "Hubertusbuche". Ein "Baum" von einem Baum ...  Hier erfolgte die nächste Richtungsänderung zur "Tiefenrother Höhe".
Nach insgesamt 15 Kilometer, fast nur bergauf, erreichte ich die "Tiefenrother Höhe". Dieser Punkt stellt bei schönem Wetter ein Highlight auf diesem Wanderweg dar. Auf einer Aussichtsplattform kann man bei schönem Wetter auf diversen Ruhebänken eine Wahnsinnsaussicht genießen. 

So hätte es aussehen können:
 ...tat es aber leider nicht:
Meine treuen Begleiter:
 
Die "Bieler Lauftage" ... fast vom Winde verweht:
 
...es war kalt, neblig, feucht, extrem windig - einfach sch... ungemütlich. Ich stärkte mich kurz, machte einige Bilder und trat sofort wieder Rückweg an. 

Impressionen von unterwegs und eine Möglichkeit sich über die Arbeiten im Siegerländer Haubergsjahr zu informieren:

Weitere Infos "Hauberg":


 
 
 

Trotz des eher schlechten Wetters waren doch noch einige Biker, Läufer und Wanderer unterwegs, die ihren Weg in die Natur gefunden hatten. Auf dem Rückweg bin ich, abgesehen von einer kurzen Passage über den Bergmannspfad, die Wilgersdorfer CVJM Bildungsstätte streifend, zurück nach Wilnsdorf gelaufen. 

Von dort waren es dann nur noch 6 Kilometer bis nach Hause. Nach gut 3 Stunden und einer Gesamtstrecke von 31 Kilometer war das Unternehmen „langer  Sonntagslauf“ beendet. Bedingt durch einen Gesamtanstieg von 700 Höhenmetern war dies schon ein recht anstrengendes Unterfangen. Bedingt durch die eingeschränkte Sicht, den Fokus meist nur auf eine Distanz von 50 Meter im voraus gerichtet, forderte dieser Lauf eine ganz andere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, als wenn der Blick weit in die Ferne schweifen kann.

Zum Schluss war es nur noch einer:
Die Wochenbilanz weist bei 4 Läufen (km: 16, 10, 15, 31)  eine Gesamtstrecke von 72 Kilometer bei einem Gesamtanstieg von 1200 Meter auf.

Strecke:
 Höhenprofil:

Mittwoch, 22. Februar 2012

"Bern" : "NRW" -> 32 : 50 (Stand 22.02.2012)

           









Wer hätte das gedacht. Im Vergleich der Teilnehmer/innen auf der 100km Distanz liegt das deutsche Bundesland "Nordrhein Westfalen" eindeutig vor dem z.Z. an 2. Stelle liegenden schweizer Kanton "Bern". Im streckenübergreifenden Vergleich ist "Bern" jedoch mit 136 zum zweitplatzierten "NRW" mit 52 Anmeldungen nicht zu übertreffen.

Neben meinem Heimatbundesland "NRW" zähle ich mit meinen üppigen Lenzen sogar zu der am stärksten vertretenen Altersklasse M50. Zwei Überraschungen an einem Morgen. Ob sich das jedoch zusätzlich positiv auf meine Motivation auswirkt, muss sich noch zeigen.

Das Jahr ist noch jung und der Großteil der zu erwartenden Teilnehmer hat sich ja noch nicht angemeldet und spart bestimmt noch fleißig für den lang ersehnten Ausflug nach Biel. Es sind heute noch 107 Tage bis zum Start und seit letzter Woche habe ich die „4 Trainings-Tage-Woche“ eingeläutet. Die Abende versprühen inzwischen ein wenig mehr Licht und das Laufen beginnt dadurch meist wieder im Hellen. Auch die Laufstrecken können inzwischen wieder ein wenig abwechslungsreicher gewählt werden, denn trotz Stirnlampe ist der Spaß im düsteren Wald unterwegs zu sein nicht immer der Größte.


Gestern ist auch mein Laufschuh für Biel eingetroffen. Dienstag bestellt, Mittwoch da. Seit letztem Jahr kaufe ich alle meine Laufschuhe bei 21.run.com. Ein großes Lob an dieser Stelle für die stets schnelle und fehlerfreie Lieferung dieses Online-Portals. Falls man seine Schuhgröße weiß und keine persönliche Laufschuhberatung benötigt, kann man dort absolut unproblematisch sehr viel Geld beim Kauf von Laufschuhen sparen. Ein Blick lohnt sich....

21run.com  "Von Läufern für Läufer":
Asics Nimbus 13 (2012):
Quelle: 21run.com

Montag, 20. Februar 2012

15. Trainingswoche 13.02.12 – 19.02.2012



Wieder einmal zu viert unterwegs:

Am Sonntagmorgen stand mal wieder ein langer Lauf auf dem Programm. Startpunkt war diesmal Wilnsdorf-Ortsmitte. Seit langer Zeit sind wir als Familie nochmals komplett auf der Strecke. Dies hat seit unserem gemeinsamen Halbmarathon 2010 in Bonn schon einen gewissen Seltenheitswert. Auf leicht mit Schnee gepuderten Waldwegen liefen wir zu Beginn gemeinsam eine 8km Runde. Das Lauftempo stets einer lockeren Unterhaltung angepasst, waren wir zu Beginn noch ziemlich gut gelaunt unterwegs. Dies sollte sich jedoch für einen kurzen Moment ändern. Ich weiss, die allermeisten Hundebesitzer wissen was sich gehört, aber leider immer noch nicht alle. Die 4 köpfige Zweibeingruppe mit 3 unterschiedlich großen Hunden bewaffnet, gehörte am Sonntag leider mal wieder zu den negativen Ausnahmen. Die Hunde hatten uns schon längst wahrgenommen und begrüßten uns von weitem mit erwartungsvollem Gebell. Die dazugehörigen Begleiter standen mit ihren treuen Gefährten gemeinsam auf dem Waldweg und bildeten schon von weitem erkennbar eine nicht zu überwindende Barriere. Ich muss an dieser Stelle sicher nicht erwähnen, dass die Hunde nicht angeleint waren und auch in Folge nicht angeleint wurden. Deeskalierend liefen wir nicht mehr nebeneinander sondern bildeten auf den letzten 50m eine locker aufgereihte Perlenkette, um unseren guten Willen unter Beweis zu stellen, Blödsinn ... weil es sich einfach gehört, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das sollte eigentlich das Normalste auf der Welt sein, ist es aber leider nicht. Wir näherten uns also auf 10 Meter dieser 4 + 3 Gruppe und .... es passierte nichts. Der  Haufen blieb wo er war und die Hunde bellten weiter lustig vor sich hin. Wir mussten den inzwischen sowieso schon gedrosselten Laufschritt komplett abbrechen und gingen, die Hunde mit unseren Beinen streifend, quer durch dieses sich nicht auflösende "Menschen-Tier-Rudel-Hindernis". Wir bedankten uns im Vorbeistreifen für dieses beispiellose Entgegenkommen und setzten unseren Lauf ein wenig gereizt fort. Diskussionen sind aus lediger Erfahrung an dieser Stelle komplett unangebracht und sinnlos. Zusammen liefen wir dann einen Teil des Grubenweges und erreichten nach gut 8 Kilometer wieder den Parkplatz in Wilnsdorf. Wir hatten inzwischen 10:30 Uhr. Nach einem kurzem Austausch, was ich jetzt noch so an Umfang vorhabe, setzte ich meinen Lauf fort und lief erneut Richtung Grubenweg. Nach komplett zurückgelegten 21,5 km war ich nach 2:12:42 Std. auch wieder am Ziel. Ich war froh, dass ich in der letzten Woche ohne größere muskuläre Probleme den Trainingsplan wieder annähernd einhalten konnte. Um keine weiteren Komplikationen zu provozieren, war ich die komplette Woche in einem sehr lockeren Lauftempo unterwegs. Das war eine sehr gute Entscheidung...

Bilder von unterwegs
 
Noch zu viert:

Bergmannspfad Wilnsdorf:
Wilnsdorf - Höhe Wielandhof:
Höhenweg Rinsdorf - Wilnsdorf:
 
 
 
 
Fast wieder Zuhause:
Strecke:
 
Höhenprofil:

Samstag, 18. Februar 2012

Mittwoch, 15. Februar 2012

Doppelt gemoppelt hält besser ...


Neben der trainingsbedingten Vorbereitung auf Biel, bleiben für mich natürlich die Pflichten im Haushalt weiter bestehen. Also trage ich gestern Abend den Wäschekorb in die Waschküche und fülle die Maschine mit dunkler 30 Grad-Wäsche. Wäsche rein, Wasser aufdrehen, Maschine ein- und anstellen und raus geht’s auf die Strecke. Gestern war es um 17:30 Uhr noch recht hell und ich entschied mich für die Strecke durch den Wald nach Wilnsdorf. Mit Stirnlampe auf alle Eventualitäten vorbereitet, mache ich mich auf den Weg. Die ersten steilen 300m hinauf zum Startpunkt der Laufstrecke gehe ich locker und langsam und gönne meiner Garmin 310XT so die notwendige Zeit den Kontakt zu möglichst vielen Satteliten aufzunehmen. Am sogenannten Startpunkt all der Strecken, die bei uns vor der Haustür im Wald beginnen, starte ich die Uhr und laufe bewusst locker und fast schleichend los. Ich versuche so die Belastung für die gesamte Oberschenkelmuskulatur möglichst gering zu halten.  Auf den ersten 2 Kilometer geht es leicht aber stetig bergauf. Nachdem ich auf diesem Abschnitt die ersten 90 Höhenmeter bezwungen habe, gehen mir auf einmal zwei Zahlen nicht mehr aus dem Kopf. 900 Umdrehungen und 60 Grad ....  60 Grad ???? 60 Grad !!!!! Sch..... , verfl....  noch mal !!!!!! Schlagartig bin ich mir total unsicher, ob ich die Waschmaschine nicht versehentlich auf 60 statt auf 30 Grad eingestellt habe. Ich kann mir bis jetzt nicht erklären, warum auf einmal an diese beiden Zahlen denken musste. Das Laufhandy, was ich auf Geheiß meiner Töchter immer dabei haben sollte, liegt natürlich geschützt und muggelig warm Zuhause auf dem Schrank. Nochmals Sch...., verfl.... noch mal !!!! Was mache ich jetzt bloß, soll ich meinem langjährigen, eingeschliffenen Automatismus vertrauen, es bestimmt richtig gemacht zu haben und so bewusst das Risiko zu tragen möglicherweise die gesamte Wäsche um eine Größe geschrumpft zu haben. Das Gejammer der Familie will ich dann doch nicht riskieren und ich drehe recht frustriert um.  Nach weiteren 11 Minuten, den schleichenden Schritt habe ich inzwischen ein wenig aufgegeben, und 2 Kilometer Rückweg stehe ich vor der Waschmaschine. 60 Grad ???? 60 Grad !!!! Wie konnte das nur passieren. Falsch. Wie konnte das MIR passieren. I c h   h a b e   k e i n e   A h n u n g. War es die Vorfreude auf den bevorstehenden Lauf oder wirft mein Alter, ich starte dieses Jahr zum ersten Mal in der  Kategorie M50,  bereits seinen bedrohlichen Schatten voraus. Sei’s drum. Ich korrigiere die Einstellung, die Waschmaschine nimmt die Änderung ohne Murren entgegen und ich mache mich leicht angesäuert aber irgendwie doch zufrieden wieder auf den Weg zum Startpunkt. Die Glocken läuten im Tal. Dies ist ein sicheres Zeichen dafür, dass wir inzwischen 18:00 Uhr haben. Trotz allem Hin und Her bin ich froh doch auf meine innere Stimme gehört zu haben. Ich erreiche wieder den baumumsäumten Höhenweg nach Wilnsdorf. Der Weg ist von einer fast 10 cm hohen Schneeschicht bedeckt. Es wird langsam dunkel und ich schalte meine Stirnlampe ein. Ein weißer Lichtkegel bahnt sich den Weg durch den Wald. Irgendwie bin ich nun sogar froh, diesen Teil der Strecke nochmals laufen zu können. Es ist abgesehen von meinen eigenen Schritten absolut ruhig. Mein Atem treibt regelmäßig kleine Wolken vor mir her, die durch den Schein der Lampe fast undurchdringlich wirken. Meine sehr langsame Laufgeschwindigkeit sorgt dafür, dass sich auch meine Adduktoren recht wohl fühlen und zu keinem Zeitpunkt Grund zum Meckern haben. Es tut richtig gut draußen zu sein. Ich erreiche in fast absoluter Dunkelheit den Nachbarort Wilnsdorf. Ich drehe noch eine kleine Runde durch den Ort und laufe dann durch das Industriegebiet zurück nach Hause. Diese 16 Kilometer waren spannend und wohltuend zugleich. Genau das macht Laufen für mich aus. Ok ok, diese Art der Spannung muss mich nicht jedes Mal begleiten, aber langweilige Läufe machen wiederum auch keinen Spaß.

Der alles entscheidende  Drehschalter:

Freitag, 10. Februar 2012

Die Adduktoren geben keine Ruhe....


Die Kälteläufe der letzten Wochen haben bei mir einen bitteren Beigeschmack hinterlassen: Aufkeimende Adduktorenprobleme. Die leichten Schmerzen äußern sich im Alltag kaum. Denn hier gilt es gerade einmal das 1,6 fache des eigenen Körpergewichtes zu stabilisieren. Beim langsamen Laufen wirkt  bereits das 3 fache und bei schnellen Läufen sogar das 6 fache des Körpergewichtes. Die Beinmuskulatur im Allgemeinen und die Adduktoren im Speziellen erfüllen dann permanent Höchstleistung... 

Es nützt alles nichts, ich muss kürzer treten und mich schonen, schonen, schonen. Trainingsplan hin, Trainingsplan her .... wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Trotz dieser unveränderbaren Einsicht meldet sich ab und an meine kontrollfreaklastige Psyche und baut inzwischen Tag für Tag eine für mich immer größer erscheinende Verunsicherung auf. Noch habe ich dieses Luder im Griff und versuche sie mit den zurückgelegten letzten Laufjahren zu beruhigen. Aber ich habe keine Ahnung wie lange ich sie damit abspeisen noch kann...
Mein Stimmungsbarometer zeigt leicht nach unten. Auf einer Skala von 1 - 10, wobei die 10 für eine absolutes Hoch stehen soll, finde ich mich momentan bei einem Wert von 5 wieder.